„Gläserne Decke“ in der Medizin und im Pflegebereich?

 

Arbeitsbedingungen von Frauen im medizinischen im Gesundheitswesen

Frauen dominieren als Arbeitnehmerinnen das deutsche Gesundheitssystem. Für die niedersächsische Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) Grund, die Arbeitsbedingungen der Betroffenen zu hinterfragen. Aus diesem Anlass lud die ASF zu einer Podiumsdiskussion mit der Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Cornelia Rundt, ein.

Mit dabei waren außerdem: die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. med. Thela Wernstedt und Fachfrauen aus der Gesundheitswirtschaft, Medizinerinnen, Fachpflegepersonal und die Gleichstellungsbeauftragte des Klinikums Siloah -Oststadt-Heidehaus, Hannover.Gemeinsam diskutierten sie über die Frage „Wie sieht es aus mit Ausbildungsgängen sowie Aufstiegsmöglichkeiten für Pflegepersonal und Ärztinnen in dem von Frauen dominierten Arbeitsbereich?“

„Wir sind ein weiblich dominierter Betrieb unter männlicher Leitung mit einer Unterrepräsentanz der Frauen in der Führungsebene“, erkläre Irla Gonzales, Gleichstellungsbeauftragte des Klinikums Siloah-Oststadt-Heidehaus,

Die sogenannte „gläserne Decke“ kennt auch Dr. med. Thela Wernstedt aus eigenem Erleben: „Ständige Verfügbarkeit und Präsenz, sowie bestimmte Erwartungen verwehren Frauen den Zugang in die Führungsebenen.“Der Anteil leitender Oberärztinnen liege im Bundesdurchschnitt unter 10%.

Ministerin Cornelia Rundt machte die prekäre Situation im Gesundheitswesen daran deutlich, dass es bei 86 Prozent der Ärztinnen einen Kinderwunsch gebe, aber 79 Prozent die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für schwierig hielten. Deshalb, so die Ministerin, müssten veränderte Bedingungen geschaffen werden, um Familie und Beruf im Gesundheitsbereich miteinander zu vereinbaren.

Zur Sicherung einer flächendeckenden, leistungsfähigen medizinischen Versorgung werde entsprechend dem rot-grünen Koalitionsvertrag an einem Landesprogramm für geschlechtersensible Gesundheitsversorgung und Prävention gearbeitet, das dem unterschiedlichen Zugang von Frauen und Männern zu diesen Leistungen gerecht wird, so Rundt.

Dr. med. Petra Rambow-Bertram vom Netzwerk Gesundheitswirtschaft Hannover e.V. setzt sich zudem dafür ein, "Unternehmen den Einstieg in das betriebliche Gesundheitsmanagement zu erleichtern." Vor dem Hintergrund des demografischen Wandelns gewinne Prävention in allen Bereichen weiter an Bedeutung. Dazu gehöre auch die Gesundheit der Mitarbeiterinnen, die wiederum durch gute Arbeitsbedingungen befördert werde.

Annegret Ihbe und Afra Gamoori von der niedersächsischen ASF fassten zusammen, dass

·         die Arbeitsbedingungen mit entsprechenden Tarifverträgen verbessert werden müssen,

·         Betreuungsmöglichkeiten den Arbeitszeiten angepasst werden sollten,

·         das Bewusstsein für diese Situation geschärft wird,

·         es Leitlinien für die Arbeit im Gesundheitswesen geben sollte.

„Gesundheit ist ein Thema, das uns alle betrifft. Umso wichtiger ist die Gewährleistung einer guten medizinischen Versorgung, die gut ausgebildete und engagierte Fachkräfte verlangt“, betonte Afra Gamoori von der ASF.

 

 
    Familie     Gleichstellung     Niedersachsen     Sozialstaat     Wissenschaft / Forschung
 

 


Kommentar schreiben

Netiquette
 

Spamschutz

Senden
 

Netiquette

Schließen
 

Unsere Internetseite soll eine Plattform für ernsthafte Diskussionen sein, bei dem Toleranz, Offenheit und Fairness zu den Grundprinzipien gehören. Wir begrüßen sachliche und konstruktive Inhalte, die zu einer angeregten Diskussion beitragen und der Meinung anderer Kommentatoren tolerant und unvoreingenommen begegnen. Wird gegen diese Grundprinzipien verstoßen, kann dies zur Löschung von Kommentaren führen.

Um bei uns zu kommentieren muss die eigene E-Mail-Adresse angegeben werden. Selbstverständlich wird diese E-Mail-Adresse nicht veröffentlicht und auch nicht an Dritte weitergegeben. Die Angabe einer falschen E-Mail-Adresse ist ein Verstoß gegen unsere Nutzungsbedingungen. Wir machen daher Stichproben, die dann zur Löschung von Kommentaren führen können. Mit Absenden des Formulars werden unsere Nutzungsbedingungen anerkannt.

 

So steht die SPD Niedersachsen zu ...

Schließen
 

Arbeit

Arbeit

Gute Arbeit kommt nicht von selbst, die Politik muss Rahmenbedingungen schaffen: Kernthema der SPD.

 

Bildung und Qualifikation

Bildung und Qualifikation

Jeder hat das Recht auf optimale Bildung. Sie ist der Schlüssel für ein selbst bestimmtes Leben.

 

Energie

Energie

Atomkraft ist out. Wir müssen mehr in Erneuerbare Energien investieren und Technologien entwickeln.

 
 

 

Europa

Europa

Die SPD begreift Europa als Chance. Hier werden wichtige Zukunftsentscheidungen gefällt.

 

Gesundheit

Gesundheit

Gesund sein ist kein Privileg der Reichen: Solidarische Finanzierung sichert zudem stabile Beiträge.

 
 

 

Sozialstaat

Sozialstaat

Die Gemeinschaft muss sich organisieren, um Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten auszugleichen.

 

Umwelt und Nachhaltigkeit

Umwelt und Nachhaltigkeit

Unsere Ressourcen klüger nutzen. Nur so schützen wir die Natur und sind gleichzeitig produktiv.

 

Wirtschaft

Wirtschaft

Wirtschaft braucht Freiheit und Regeln. Sie soll den Menschen dienen, nicht umgekehrt.