Gewalt gegen Frauen

Sophia Ulferts-dirksen

Sophia Ulferts-Dirksen

„Menschenrechtsverletzungen an Frauen sind keine Privatangelegenheit, auch wenn Sie im familiären Umfeld geschehen“.
Aus diesem Grund nimmt wie im vergangenen Jahr die ASF gemeinsam mit der Gemeinde Südbrookmerland an der Fahnenaktion zum internationalen Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ teil.
Schon seit vielen Jahren gilt der 25. November als Internationaler UN-Gedenktag "NEIN zu Gewalt an Frauen". Er soll daran erinnern, dass Frauen und Mädchen weltweit, aber auch in unserem Umfeld Opfer von Gewalt und Menschenrechtsverletzungen sind. Die Fahnenaktion wurde von der Menschenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ ins Leben gerufen. Dieser Tag erinnert weltweit an die Geschwister Mirabal aus der Dominikanischen Republik. Drei der vier Schwestern wurden1960 vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Folter ermordet. Ihre Untergrundtätigkeit gegen die brutale Trujillo-Diktatur war ihnen zum Verhängnis geworden. Seitdem wird dieser Tag in vielen Ländern als Antigewalttag begangen.
Misshandlungen durch Ehemann, Freunde oder Lebenspartner gehören für viele Frauen und ihre Kinder auch in der Bundesrepublik zum Alltag. Laut der aktuellsten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erlebten rund 40 Prozent aller in Deutschland befragten Frauen haben bereits Formen körperlicher, psychischer und/oder sexueller Gewalt erlebt.
Weltweit wird, wie die UNO berichtet jede dritte Frau in ihrem Leben geschlagen, vergewaltigt oder anderweitig missbraucht.
Frauen werden vom Mann geboxt, getreten, gewürgt, an den Haaren gezogen, mit Gegenständen beworfen, mit dem Kopf gegen Wände geschlagen oder Treppen hinunter gestoßen.
Viele Frauen müssen jedoch auch Drohung, Nötigung, Nachstellen, Freiheitsberaubung, Bevormundung, Demütigung, Kontrolle oder emotionale Manipulation erleben. Das Spektrum der Gewalt ist breit. Einkommen, Bildung oder Alter sind dabei völlig belanglos. Häusliche Gewalt ist die häufigste Ursache für Verletzungen bei Frauen, häufiger als Verkehrsunfälle, Überfälle und Vergewaltigungen zusammen genommen. Ihr eigenes Zuhause ist der gefährlichste Ort für eine Frau.
In 95 Prozent der Fälle Häuslicher Gewalt sind Frauen die Opfer und Männer die Täter. Jährlich flüchten bundesweit rund 40.000 Frauen mit ihren Kindern in eines der 360 Frauenhäuser.
Neben dem Leid der Opfer sind auch die wirtschaftlichen Folgen für die Gesellschaft beträchtlich. 15 Milliarden Euro entstehen jährlich vor allem durch Arbeitsausfälle, ärztliche Behandlung, Polizei, Kosten für Justiz.
Weithin unbekannt ist, dass in Deutschland Frauen und Mädchen mit einer Behinderung weit häufiger in ihrem Leben Gewalt als nicht behinderte Frauen. werden Dies ist das Resultat der Studie: „Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland“ der Universität Bielefeld
Nach dieser Studie haben 58 bis 75 Prozent der befragten Frauen mit Behinderungen fast doppelt so oft körperliche Gewalt erlebt als Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt.
Von sexueller Gewalt im Erwachsenenleben waren die Frauen der Befragung etwa zwei- bis dreimal häufiger betroffen als der weibliche Bevölkerungsdurchschnitt.
Gewalterfahrungen in Kindheit und Jugend tragen maßgeblich zu späteren gesundheitlichen und psychischen Belastungen im Lebensverlauf bei. 20 bis 34 Prozent der befragten Frauen hatten Sexuelle Übergriffe in ihrer Kindheit und Jugend durch Erwachsene. Sie waren damit etwa zwei- bis dreimal häufiger davon betroffen als Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt.
Psychische Gewalt und psychisch verletzende Handlungen in Kindheit und Jugend durch Eltern haben etwa 50 bis 60 Prozent der befragten Frauen erlebt.
Diese Studie macht deutlich, dass Frauen mit Behinderungen körperlicher, sexueller und psychischer Gewalt besonders stark ausgesetzt sind und vielfältige Formen von Diskriminierung und Gewalt erleiden müssen. Wir alle müssen diesen Frauen deshalb besonderen Schutz und unsere besondere Unterstützung geben."
Wichtig ist deshalb auch der Erhalt und der flächendeckende Ausbau der Frauenhäuser. Frauen mit und ohne Behinderung müssen jederzeit ungehindert Schutz vor Gewalt finden. Bund und Land müssen hier dauerhaft ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stellen.